Selektiv investieren, breit diversifizieren

Selektiv investieren, breit diversifizieren

Anlagepolitik, März 2026

Selektiv investieren, breit diversifizieren

Die Weltwirtschaft erweist sich als widerstandsfähig. Die USA überraschen mit einer robusten Konjunktur und auch die Eurozone wächst trotz Zollbelastungen moderat weiter. Während der US-Dollar an Stärke verliert und der Franken als sicherer Hafen neue Rekordwerte erreicht, verharren die Notenbanken in einer Zinspause. Aktien bleiben konstruktiv, Anleihen unattraktiv und Immobilien gefragt. Das Umfeld bleibt chancenreich, aber selektiv.

Die amerikanische Wirtschaft hat seit Jahresbeginn in vielen Konjunkturdaten eine robuste Tendenz gezeigt und die Markterwartungen übertroffen. Auch die Konjunktur der Eurozone hat sich verbessert. So überraschten die Zahlen zum Bruttoinlandprodukt des Schlussquartals 2025 positiv im Vergleich zum Marktkonsens. Die Eurozone wuchs dabei zum Vorquartal um 0,3 Prozent, obwohl die US-Zollerhöhungen die Exporte belasteten. Die positive Entwicklung der Eurozone-Wirtschaft kam dank den Konjunkturtreibern Privatkonsum und vor allem Regierungsausgaben zustande. Für 2026 ist mit noch mehr europäischen Staatsausgaben zu rechnen, besonders wegen der Initiativen zur Militäraufrüstung.

Währungen

Der US-Dollar kam erneut unter Druck. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der USD weiter an Status als Reservewährung verliert. Gleichzeitig unterstrich der Franken seinen Status als sicheren Hafen und erreichte gegenüber dem Euro Rekordwerte. Die SNB räumte ein, dass die Lage angesichts des Preisdrucks «nicht einfach» sei. Solange der Franken aber nicht deutlich stärker aufwertet, wird die SNB, zum Leidwesen der Exportindustrie, vorerst wohl keine Interventionen vornehmen.

Obligationen

Die SNB hält am Nullzinsniveau fest und sieht trotz der zuletzt niedrigen Inflation keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, wieder zu negativen Zinsen zurückzukehren. Die EZB hat ihren Leitzins bei zwei Prozent belassen und bislang keine weiteren Senkungen beschlossen. Aktuell ist dies die längste Phase der Zinspause seit dem Ende der negativen Zinsperiode. Der US-Leitzins bleibt im Zielband von 3,5 bis 3,75 Prozent und wurde beim letzten Entscheid der Fed nicht verändert. Nach mehreren Zinssenkungen im Vorjahr hat die Fed zuletzt eine Pause eingelegt und signalisiert vorerst keinen weiteren Schritt. Entsprechend gering ist das Potenzial für weiter sinkende Zinsen und die Renditeaussichten am Obligationenmarkt bleiben begrenzt. Die Kreditspreads sind derzeit historisch eng oder erreichen Tiefstände, insbesondere bei Investment-Grade-Papieren. Entsprechend behalten wir unsere Untergewichtung in Anleihen sowie unsere leicht längere bis neutrale Durationspositionierung bei.
 

TAA Ausgewogen CHF

TAA Ausgewogen

Immobilien

Die positive Stimmung für Schweizer Immobilienanlagen hält weiterhin an. Dies zeigt sich in den vielen angekündigten Kapitalerhöhungen. Niedrige Zinsen, eine hohe Zuwanderung und eine zu geringe Bautätigkeit sind nach wie vor die fundamentalen Treiber dieses Trends. Die Nachfrage nach indirekten Immobilienanlagen dürfte robust bleiben. Schweizer Immobilienfonds sind nach wie vor attraktiver als Obligationen und weniger volatil als Aktien. Die aktuelle Datenlage rechtfertigt weiterhin eine Übergewichtung.

Aktien

Die Aktienmärkte präsentieren sich weiterhin in robuster Verfassung. Globale Aktien entwickelten sich seit Jahresbeginn insgesamt positiv, auch wenn die anhaltende Schwäche des US-Dollars die Rendite in Schweizer Franken spürbar gedämpft hat. Auffallend bleibt die weiterhin starke Entwicklung der Schwellenländer, die sich seit Längerem besser behaupten als viele etablierte Märkte. Die Berichtssaison in den USA verläuft insgesamt erfreulich. Ein grosser Teil der Unternehmen legte solide Ergebnisse vor und übertraf die Erwartungen. Besonders positive Beiträge kamen aus den Bereichen Technologie, Industrie und Kommunikationsdienste. Der globale Industriesektor zeigte zuletzt eine überzeugende Entwicklung. Strukturelle Trends wie Infrastrukturinvestitionen und Automatisierung sorgen weiterhin für ein unterstützendes Umfeld. Auch Value-Aktien entwickelten sich robust, getragen von einer stabilen Gewinnentwicklung und defensiveren Marktsegmenten. Der Schweizer Aktienmarkt bestätigt einmal mehr seine Rolle als verlässliche Anlageregion. Stabilität, widerstandsfähige Geschäftsmodelle und langfristige Wachstumstreiber prägen das Bild, sowohl bei grossen, etablierten Unternehmen als auch im Segment der Nebenwerte. 

Rohstoffe

Seit Jahresbeginn zeigte sich der Rohstoffmarkt uneinheitlich. Edelmetalle entwickelten sich trotz spürbarer Schwankungen insgesamt am stärksten. Auch der Energiesektor verzeichnete eine robuste Entwicklung und konnte sich positiv vom breiten Markt abheben. Industriemetalle bewegten sich vergleichsweise stabil, während der Landwirtschaftssektor zurückblieb. Im Goldmarkt kam es zuletzt zu deutlichen Preisbewegungen. Auf eine Phase kräftiger Kursgewinne folgte eine vorübergehende Korrektur. In der Folge stabilisierte sich der Preis wieder. Das grundlegende Umfeld blieb dabei weitgehend unverändert, wodurch sich die Entwicklung insgesamt weiterhin solide präsentiert.

Privatmärkte

Nach einer Phase deutlicher Marktanpassungen und Bewertungsnormalisierungen hat sich das Umfeld für Private Markets spürbar stabilisiert. Mit rückläufiger Inflation und stabilisierenden Zinsen hat sich das Transaktionsumfeld zuletzt aufgehellt, insbesondere im Mid-Market sowie in strukturellen Wachstumsbereichen wie Infrastruktur und Digitalisierung. Für 2026 bleiben geopolitische und fiskalische Risiken präsent, jedoch stützt hoher Dry Powder die Deal-Aktivität. Bewertungen stabilisieren sich, Exit-Märkte öffnen sich schrittweise. Wir bleiben breit diversifiziert und fokussieren selektiv Qualitätsassets mit operativem Wertsteigerungspotenzial.

Digitale Vermögenswerte

Der Kryptomarkt befindet sich in einer Phase extremer Unsicherheit. Das Sentiment steht auf «extreme fear», dennoch beginnt Kapital selektiv in einzelne Altcoins und starke Ökosysteme zu rotieren, nicht aus breiter Euphorie, sondern aufgrund spezifischer Narrative. Kurzfristig entscheidend ist der US-Inflationsbericht (PCE), da er die Zinserwartungen und damit die Liquiditätsaussichten beeinflusst. Zusätzlich rücken regulatorische Themen wie der amerikanische CLARITY Act sowie die Umsetzung der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte in den Fokus. Bitcoin selbst befindet sich nach dem Allzeithoch 2025 in einer 40- bis 50-prozentigen Korrektur, die bislang als geordnetes Deleveraging gilt. Technisch bewegt sich der Markt in einer Konsolidierung zwischen zentralen Unterstützungs- und Widerstandszonen. Kurzfristig dominieren Makrodaten, mittelfristig bleibt die strukturelle Marktstory jedoch intakt.

TAA Plus Ausgewogen CHF

TAA Plus Ausgewogen CHF

Strategiemodul Plus

Das Strategiemodul Plus erweitert die klassische Anlagestrategie um aufstrebende alternative Anlageklassen wie Privatmarktanlagen und Krypto-Assets. Dies verbessert das Rendite-Risiko-Profil und eröffnet ein einzigartiges Angebot auf dem Markt. Das Strategiemodul Plus basiert auf der strategischen und taktischen Asset-Allokation des erfahrenen Anlageausschusses, der monatlich die Finanzmärkte analysiert, Chancen identifiziert und die Allokation optimal anpasst.

Kontaktieren Sie eine Kundenberaterin oder einen Kundenberater für weitere Informationen.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Publikation dient ausschliesslich zu Informations- und Marketingzwecken und ist nicht auf die Herbeiführung eines Vertragsschlusses gerichtet, sondern enthält lediglich Markt- und Anlagekommentare von Maerki Baumann & Co. AG sowie eine Einschätzung zu ausgewählten Finanzinstrumenten. Somit stellt diese Publikation keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung sowie kein Angebot für den Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Weiteren übernimmt Maerki Baumann & Co. AG keinerlei Haftung für den Inhalt dieses Dokuments und haftet insbesondere nicht für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, einschliesslich direkte, indirekte oder Folgeschäden, die aufgrund von in diesem Dokument enthaltenen Informationen und/oder infolge der den Finanzmärkten inhärenten Risiken entstehen können. Maerki Baumann & Co. AG ist Inhaberin der Schweizerischen Bankbewilligung, die ihr durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilt wurde. 

Redaktionsschluss: 20. Februar 2026

Maerki Baumann & Co. AG
Dreikönigstrasse 6, CH-8002 Zürich
T +41 44 286 25 25, info@maerki-baumann.ch
www.maerki-baumann.ch

top